Ganzheitlich: was bedeutet das eigentlich?

Manche Begriffe begegnen uns immer wieder. Sie tauchen überall auf: zum Beispiel in Gesprächen, auf Webseiten, in Konzepten, im Marketing, in Branchen. So auch dieser Begriff: Ganzheitlich.

Doch irgendwann stellt sich die Frage: Was bedeutet „ganzheitlich“ eigentlich wirklich? Und ich gehe einen Schritt weiter, denn auch diese Frage kann eine wichtige sein: Braucht es dafür überhaupt eine feste Definition?

Ganzheitlich – was bedeutet das im therapeutischen Kontext?

Als Schulmedizinerin erlebe ich immer wieder eine gewisse Ambivalenz, wenn es um den Begriff „ganzheitlich“ geht.

Das liegt auch daran, dass er häufig mit einer Gegenüberstellung verbunden wird:
Schulmedizin vs. Naturheilkunde oder „ganzheitliche Methoden“.

Eine Einordnung, die sich für mich oft zu kurz gegriffen anfühlt.

In meiner Podcastfolge erlaube ich mir, genau diesen Gedanken Raum zu geben und meine Perspektive darauf zu teilen.

Diese Folge findest Du hier: Apple Podcast | Spotify | Deezer.

Einige dieser Gedanken habe ich hier nun aber auch zusammengefasst:

Der Mensch als System: Körper, Seele und Geist - ein ganzheitliches Wunderwerk

Für mich persönlich, in meiner Arbeit mit dem Menschen und im medizinischen Kontext, bedeutet “ganzheitlich” vor allem eines: den Menschen als ein “System” zu verstehen.

Ein System mit verschiedenen Anteilen. Ganz einfach ausgedrückt ist das Körper, Seele und Geist. Denn gerade das macht uns Menschen aus, auch weil sie auf erstaunliche Weise zusammenwirken.

Vielleicht sind es jedoch weniger drei getrennte Teile als vielmehr eine Einheit, welche sich nur in unterschiedlichen Facetten zeigt. Man kann es auch so sehen:
Drei Zugangswege, drei Sprachen, ein System.

Jede dieser Ebenen bietet einen eigenen Zugang. Und jede ist auf ihre Weise berechtigt.

1. Körper:

Manche Menschen spüren sich zuerst über den Körper:
Verspannungen, Erschöpfung, Schlafprobleme oder Schmerzen sind dann zum Beispiel die ersten Signale.

Hier können sowohl die medizinischen Therapien als auch körperorientierte Ansätze, Bewegung oder Atemarbeit wirksam sein.

2. Seele:

Andere erleben sich stärker über ihre Gefühle:
Emotionen, Beziehungen, innere Unruhe oder Belastung treten dann vielleicht in den Vordergrund.

Und gerade hier braucht es Raum (als auch Zeit, sowie eine “sichere Umgebung”), um wahrzunehmen, zu fühlen und einzuordnen. Und nicht zu vergessen, ganz essentiell eben auch Verbindung (zu sich und zu anderen) und soziale Einbettung.

3. Geist:

Und wieder andere beginnen über das Verstehen:
Sie lesen, reflektieren und analysieren Zusammenhänge. Sie recherchieren sich erstmal “an das Thema heran”.

Hier kann (Fach-)Wissen helfen, Dinge einzuordnen und Orientierung zu kriegen.

Und vielleicht hast du beim Lesen gerade schon folgendes gemerkt:

Auch Du bist sicher nicht nur „eins davon“. Die meisten von uns nutzen (bewusst oder unbewusst) alle drei Zugänge. Dennoch ist es aber gut möglich, dass uns einer dieser Zugangswege ganz besonders liegt und gewohnt vorkommt.

Zu was führt mich diese Auffassung von „ganzheitlich“?

Zum Einen also ersteinmal herauszufinden, welcher Zugangsweg zu dem “Mensch vor mir” für diese Situation gerade dienlich sein kann. Was braucht derjenige gerade (am meisten)?

Für mich bedeutet „ganzheitlich“ nämlich nicht, alles gleichzeitig berücksichtigen oder angehen zu müssen.

Vielmehr heißt es, Zusammenhänge zu erkennen und dann bewusst zu entscheiden, wo und wie ich ansetzen kann, gemeinsam.

Für mich bringt “ganzheitlich” auch keinerlei entweder (Schulmedzin)/oder (Naturheilkunde - ganzheitliche Maßnahmen) mit sich.

Denn ein Gedanke ist mir dabei besonders wichtig: Es gibt klare körperliche Erkrankungen, die eine eindeutige schulmedizinische Diagnostik und Therapie brauchen. Und gleichzeitig kann auch weitere Begleitung sinnvoll sein. Und durchaus auch mal umgekehrt.

Für mich ist das ein Zusammen.

Und was kann das jetzt für dich bedeuten?

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, eine perfekte Definition zu finden. Und vielleicht geht auch nochmal weniger darum, sich mit Begriff “ganzheitlich” identifizieren zu können.

Sondern darum, immer wieder hinzuschauen:

  • Was zeigt sich gerade?

  • Auf welcher Ebene nehme ich es wahr?

  • Und welcher Zugang hilft mir in diesem Moment?

Und dann auch: Was ist mein nächster Schritt hierfür.

Wenn Du Dir dabei (oder dafür) Unterstützung wünscht oder Klarheit über die nächsten Schritte suchst, dann meld Dich gerne bei mir.
Schick mir einfach eine Anfrage – auf Wunsch biete ich auch ein 15-minütiges kostenfreies Telefonat vorab an.


Ich begleite Dich gerne und spreche mit Dir darüber, wo Du Dich gerade befindest - und was Du an dieser Stelle brauchst.

Bildquelle: diese Grafik ist mit Hilfe von KI von mir kreiiert worden, weil ich keine guten Grafikdesigner-Eigenschaften in mir trage.

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